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Viel mehr aber erregte eine Frau mit an der Spitze des Elferrats des EKV die Gemüter: Krimhilde Frey war die erste Vizepräsidentin des Vereins und auch die einzige in Karlsruhe. Dieser Umstand war ausschlaggebend dafür dass der EKV auf Drängen des Verbands erst im Jahre 1984 in den FKF aufgenommen wurde. Heute nimmt niemand mehr Anstoss an diesen Dingen und selbst ein weiblicher Elferrat gehört mittlerweile zum gewohnten Bild. So ändern sich die Zeiten!
Und dann war noch der Schlachtruf des Vereins, “Lok Pfiff”, was immer das auch heissen mag, er ist es bis heute geblieben.
Die letzten Zweifler verstummten dann endgültig bei der ersten Mitgliederversammlung am 04. April 1975. Dort zeichnete sich bereits ein treuer Mitgliederstamm ab. Bei der Gründungsveranstaltung im Kolpinghaus am 26.April 1975 nahm auch erstmals die Presse vom neuen Verein Notiz. Unsere Freunde von der Karnevalsgesellschaft “Die Schlabbdewel” aus Mannheim-Friedrichsfeld standen Pate und hatten einen Vertreter des “Mannheimer Morgen” mit nach Karlsruhe gebracht. Dieser schrieb damals: “Bundesbahner gründen Karnevalsverein - Narren gibt es jetzt auch bei der Bundesbahn - ganz offiziell”. Und auch die “Speyerer Zeitung” und die “Schwetzinger Tagespost” veröffentlichten die ersten Zeilen über den neuen Verein. Am 29. April 1975 berichtete auch die BNN erstmalig über den EKV mit der Überschrift: “Alle Weichen stehen auf Humor! Frühlingstanz des neu gegründeten Eisenbahner Karnevalsvereins Karlsruhe”.
An diesem Nachmittag wurde auch der erste Ehrensenator des Vereins gekührt. Es war dies der damalige Präsident der Bundesbahndirektion Karlsruhe, Herr Dipl. Ing. Schwaner. Im Juni 1975 bekam der EKV dann sogar Unterstützung aus Frankfurt, als der damalige Vorstandsvorsitzende der Bahn, Herr Dr. Vaerst die Schirmherrschaft des EKV übernahm. Plötzlich war der junge Verein anerkannt. Er wurde sogar dem Bundesbahnsozialwerk unterstellt und als betriebliche Einrichtung anerkannt. Diesem Umstand war es auch zu verdanken, dass der EKV den ersten Sonderzug für die Narren starten konnte. Die erste Fahrt nach Rothenburg ob der Tauber im Juni 1975 folgten noch weitere schöne Reisen nach Konstanz, eine Schwarzwaldrundfahrt und zur Edelsteinmetropole Idar Oberstein. Leider mussten die Fahrten später wegen der zu geringen Beteiligung und dadurch zu hoher Kosten eingestellt werden. Aber vielleicht kann man sie ja irgendwann wieder aufleben lassen?
Im November 1975 fieberten alle der ersten Fastnachtseröffnung entgegen. Diese fand am 07.11.1975 im Vereinsheim der “ESG Frankonia” statt und bescherte dem Verein zum ersten Mal ein volles Haus. Die erste “Panne” folgte unmittelbar nach Beginn der Veranstaltung, als dem Ehrensenator Schwaner die Aufgabe zuteil wurde, den Schlüssel an den Präsidenten zu übergeben. Bei der Anfertigung dieses Schlüssels muss es wohl zu einem Missverständnis gekommen sein, denn statt der bestellten 16 Pfund Gewicht, die der Schlüssel haben sollte, wurden 16 Kilogramm angefertigt. So kamen die Herren Ehrensenator und Präsident bei der Übergabe erheblich ins Schwitzen und der EKV so ganz nebenbei auch noch unfreiwillig zum schwersten Schlüssel aller Karnevalsvereine in Karlsruhe. Trotz allem genoss man den Abend bei flotten Tänzen, erstklassigen Büttenreden und viel Musik bis weit in die Nacht.
Der EKV beschränkte sich aber nicht auf Karlsruhe. Auch in Rastatt hatte man eine Vielzahl von Freunden und Mitgliedern und so entschloss man sich für die Gründung einer “Ortsgruppe Rastatt”. Die Eröffnung der zweiten Kampagne am 11.11.1976 fand dann auch mit grossem Zuspruch in der “Münchfeldstube” in Rastatt statt und um genau 23:11 Uhr unterschrieb das 100ste Mitglied den Aufnahmeschein.
Bei dieser Veranstaltung präsentierte sich auch erstmals die “Badnerlandgarde” des Vereins. Sechs Mädchen und ein Junge begeisterten das Publikum mit ihren fast schon akrobatischen Tanzdarbietungen. Beim Kindertanzturnier in Altrip 1977 siegte diese Gruppe und brachte zwei Pokale mit nach Hause. Nachdem der Junge ausgeschieden war nannte sich die Gruppe später “Die Sunshine Girls” und wurde von Harald und Angelika Weishaar betreut und trainiert. Leider gab es auch hier, wie überall Ende der 80er Jahre, Nachwuchsprobleme, weshalb sich die Gruppe aus Altersgründen auflöste.
Im Verlauf der 25 Jahre versuchte sich der Elferrat auch im Männerballett. Die Gruppe nannte sich “Die Schienenschleicher” und begeisterte vor allem durch kleine “Zaubereinlagen”, wie zum Beispiel “die schwebenden Stöcke”.
Im Jahr 1990 unternahm der EKV wieder den Anlauf, eine eigene Garde auf die Beine zu stellen. Eine Gruppe von zwölf Mädchen schloss sich dem Verein an und trat fortan unter dem Namen “Europagarde” bei vielen Veranstaltungen auf. Durch die Vielzahl von Tanzgarden in der Karlsruher Fastnacht gab es aber auch hier Sorgen des fehlenden Nachwuchses, und die Zahl der Mädchen wurde stetig kleiner.
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